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Documenta naturae 86 |
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GOTTWALD,
H.: Tertiäre Hölzer aus dem Chindwinn-Bassin im nordwestlichen Myanmar (Birma) 90 S., 28 Abb., 2 Tab., 9 Taf. München 1994 ISBN 3-86544-086-X 15 EUR bestellen: |
| Zusammenfassung: Die zentralen Ebenen von Myanmar(Birma)sind seit dem Beginn des 19.Jahrhunderts für das Vorkommen von mineralisierten Hölzern bekannt; besonders häufige Vorkommen liegen in den alten Überflutungsebenen des Ayeyarwady(Irrawaddy) südwestlich von Mandalay. Die Untersuchung der Fossilien durch verschiedene Wissenschaftler blieb jedoch auf 24 verstreut gesammelte Stücke beschränkt, die als tertiäre Arten der ARAUCARIACEAE, PALMACEAE, ANACARDIACEAE, BARRINGTONIACEAE, COMBRETACEAE, DIPTEROCARPACEAE, EBENACEAE, LEGUMINOSAE, LYTHRACEAE und STERCULIACEAE bestimmt wurden. Die in dieser Arbeit untersuchten 37 fossilen Hölzer sind die ersten aus dem Fundgebiet"Chindwinn-Bassin", das nordwestlich des oben genannten"zentralen" Fundgebietes und parallel zu der nahen nordostindischen Grenze liegt. Es handelt sich hierbei um eine Auswahl von Kieselhölzern, die bei quartärgeologischen Untersuchungen von myanmarischen und deutschen Geologen in den Terrassenschottern des Chindwinn gefunden wurden. Die bis zu einem Meter langen und bis zu 0,45 m starken Bruchstücke silifizierter Stämme oder sehr starker Äste sind oft deutlich abgerollt und stammen von 4 Fundstätten südlich der Stadt Homalin. Alle Hölzer gehören dicotylen Taxa an von denen 34 mindestens bis zur Gattung bestimmbar waren: ANACARDIACEAE- Mangiferoxylon; BARRINGTONIACEAE- Careyoxylon; BOMBACACEAE - Bombacoxylon; DIPTEROCARPACEAE- Anisopteroxylon, Dryobalanoxylon; GUTTIFERAE - Calophylloxylon; LEGUMINOSAE - Acrocarpoxylon, Adenantheroxylon, Copaiferoxylon, Cynometroxyl an, Erythrophloeoxylon, Pahudioxylon, Saracoxyl an; SAPINDACEAE - Isoschleicheroxylon, Pometioxylon; SONNERATIACEAE - Duaban goxyl an; STERCULIACEAE - Heritieroxyl an; TETRAMELACEAE - Tetrameloxylon; TILIACEAE - Grewioxylon. Die rezenten Vergleichsgattungen aller genannten fossilen Gattungen des Fundgebietes"Chindwinn-Bassin sind, ausgenommen von Dryobalanoxylon und Pometioxylon, auch heute noch charakteristische Taxa der myanmarischen Baumflora. Außerdem ist herauszustellen, daß mit 13 von 9 Arten stammenden Hölzern der Anteil caesalpinioider Leguminosen auffällig groß ist und daß weder typische Litoral- oder Strandpflanzen noch Arten vorkommen, die für Lagen über 800 m NN bekannt sind. Die Zusammensetzung der vorliegenden Gattungen entspricht einem überwiegend"tropical lowland semi-evergreen forest, wie er auch für das Neogen der nordostindischen Grenzprovinzen angenommen wird. Das den fossilen Arten des Chindwinn-Becken entsprechende Klima war tropisch mit jährlichen Niederschlägen über 2400 mm; nach den Wachstumsstrukturen kann von nur einer jährlichen Trockenzeit ausgegangen werden, die aber - nach dem Vorkommen der Gattungen Dryobalanoxylon und Pometioxylon - kürzer war und weniger extreme Temperaturen aufwies als es in den heutigen Waldgebieten Myanmars möglich ist. Demnach lässt die Zusammensetzung der fossilen Baumarten auf ein Klima schließen, das dem heutigen der Andamanen und Teilen Malayas ähnlicher war als dem heutigen in Myanmar. Das Alter der am Chindwinn gesammelten allochthonen Kieselhölzer kann nach den xylotomischen Merkmalen und nach der Zusammensetzung der Arten einem nur sehr weiten Zeitbereich zugeordnet werden, weil entsprechende Formen bereits seit dem älteren Tertiär nachweisbar sind. Dagegen erlauben die stratigraphi schen Daten eine Zuordnung in die "Irrawaddy Group" und eventuell auch noch in die "Thaungdut Formation". Es ist daher mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem überwiegend mittelmiozänen Alter der hier beschriebenen Kieselhölzer auszugehen. Die Herkunft dieser in den Terrassenschottern des Chindwinn abgelagerten Kieselhölzer ist noch unbekannt, da bisher weder im nordwestlichen Myanmar noch in den angrenzenden indischen Provinzen Stubbenfelder oder gar noch stehende Reste fossiler Bäume gefunden wurden. Unter Berücksichtigung einer auch schon im Neogen bestehenden südwärts gerichteten Abdachung mit einem entsprechenden Gefälle des Chindwinn~Ayeyarwady-Stromsystems sowie der dazu parallel verlaufenden, das Chindwinn-Bassin begrenzenden Wasserscheide und einer Kette tertiärer Vulkane, können vor allem am Chindwinn und dessen Nebenflüssen gelegene Wälder, südlich des alten Vulkan Taung Thonlon und des Uyu Flusses bis zum südlichsten, um 250 km entfernten Fundpunkt in Frage kommen. Die Fossilisation der vorliegenden 37 Kieselhölzer kann aus verschiedenen Gründen besser auf die Tätigkeit des erwähnten"Western Volcanic Arc" von Myanmar als auf langzeitige Überflutungen zurückgeführt werden. |
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Zeitschrift documenta naturae( ISSN 0723-8428 ) Daxerstr.21 Joh.-Seb.-Bach-Weg 2
Palaeo Bavarian Geological
Survey
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