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documenta naturae Nr. 177 |
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Thomas Schlüter, Christa Werner, Wolfgang Zils and Sospeter Muhongo:
Thomas Schlüter und Rolf Kohring:
Rolf Kohring und Thomas Schlüter:
Jonathan I. Matondo:
Fredrick Mangasini:
Stephan Kühn:
Thomas Schlüter & Rolf Kohring: Thomas Schlüter: Buchbesprechung - Book Review, S. 111-113
München 2009 36 EUR
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| Zusammenfassungen
Saidi (Samson) Kapilima (1953 – 2007): Leben und Werk des tansanischen Geologen und Paläontologen Saidi (Samson) Kapilima (1953-2007) werden beschrieben. Nach seinem Master of Science (M. Sc.) an der Ile Ife Universität in Nigeria wurde er im Jahr 1984 an der Technischen Universität Berlin zum Dr. rer. nat. promoviert. Sein wissenschaftliches Werk umfasst etwa 30 Titel, in denen er sich vor allem verschiedenen Aspekten der Sedimentologie, Biostratigraphie und Paläontologie des tansanischen Küstenstreifens widmete, aber auch die erdgashaltigen Gesteine der der Küste vorgelagerten Insel Songo Songo untersuchte und die Umweltverhältnisse während der Exploration bewertete. In seinen letzten Jahren war Saidi (Samson) Kapilima ein gesuchter Partner für geowissenschaftliche Projekte, die von Forschern aus westlichen Ländern in Tansania durchgeführt werden sollten (z.B. in Tendaguru und im Rukwa Rift Valley). Auf der Suche nach den Anfängen: der Wirbeltier-Paläontologe Robert Broom (1866-1951): Das Lebenswerk des in Schottland geborenen Wirbeltier-Paläontologen Robert Broom wird dargestellt und beschrieben. Nach Abschluss seines naturwissenschaftlichen Studiums an der Universität von Glasgow qualifizierte er sich weiter in der Medizin und arbeitete in diesem Beruf praktisch sein Leben lang als wichtigster Einkommensquelle für die Finanzierung seiner paläontologischen und weiteren Hobbys. Er lebte von 1892 bis 1896 in Australien, emigrierte dann nach Südafrika, wo er ebenfalls bis 1903 als Arzt arbeitete, aber schließlich an der Universität von Stellenbosch bei Kapstadt eine Professur für Zoologie und Geologie erhielt, die er jedoch nur bis 1910 bekleidete, als er dieses Amt im Streit mit der Universitäts-Verwaltung aufgab. Nach verschiedenen Aufenthalten in London und New York kehrte er schließlich 1916 nach Südafrika zurück, um dort als Landarzt in der Kleinstadt Douglas in Griqualand zu arbeiten, wo er zeitweise auch den Posten eines Bürgermeisters innehatte. Während all dieser Jahre hatte er sich vor allem mit den Ursprüngen der Säugetiere beschäftigt und dazu die reichen oberpaläozoischen Ablagerun¬gen in der Karoo untersucht. Seit Anfang der dreißiger Jahre beschäftigte ihn vor allem ein weiteres Thema, nämlich die Funde früher Hominiden in Transvaal bei Pretoria. Auch in diesem Bereich war er außerordentlich erfolgreich und entdeckte weiteres Material von Australopithecus africanus („Mrs. Ples“), das unsere Kenntnis zur frühen Geschichte des Menschen erheblich erweitert hat. Bis kurz vor seinem Tod war er aktiv tätig, und hat noch zahlreiche Ehrungen (u. a. die Wollaston Medaille der London Geological Society für seine Arbeiten entgegen nehmen können. Hans Reck (1886 – 1937): Zwischen Vulkanen und Fossilien: Das Leben und Werk des deutschen Geologen und Paläontologen Hans Reck (1886-1937) wird beschrieben. 1910 wurde er an der Münchener Universität mit einer Arbeit über vulkanische Aktivitäten auf Island promoviert. 1912 heiratete er Ina von Grumbkow (1872-1942), die später eine bekannte Schriftstellerin wurde und die gemeinsam mit ihm die Aus¬grabungen des Berliner Naturkunde-Museums am Tendaguru Hill bei Lindi, SE Tansania (dem damaligen Deutsch-Ostafrika) leitete. Nach der Kampagne von 1913 reiste Reck in die Olduvai-Schlucht (heute eine der berühmtesten paläo¬anthro¬po¬lo¬gischen Fundstellen) und entdeckte 1914 ein morpho¬logisch modern anmutendes menschliches Skelett (OH1), das aber nach der strati¬graphischen Situation etwa eine Million Jahre sein mußte. Später ergab sich durch radio¬metri¬sche Methoden ein Alter von lediglich 17.000 Jahren. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Reck Professor am Berliner Natur¬kunde¬museum und kon¬zentrierte sich mehr auf seine vulkanologischen Interessen. 1931 begleitete Hans Reck den be¬rühmten Paläo¬anthro¬pologen Louis Leakey nach Olduvai, wo sie gemein¬sam Knochen und paläolithische Steinwerkzeuge fanden. Nach seiner frühzeitigen Pensionierung reiste Reck erneut nach Afrika und starb 1937 in Lourenço Marques (Mosambik) an den Folgen eines Herz¬leidens. Computational methods used to generate information required in climate change studies in Swaziland: Es ist unbestritten, dass die Erwärmung der Erdatmosphäre in den nächsten 100 Jahren weitgehend auf den gesteigerten Verbrauch fossiler Brennstoffe zurückzuführen ist. Dementsprechend ist vorgesehen, dass alle Nationen, die die UN-Konvention zum Klimawechsel unterzeichnet haben, eine Schutzeinschätzung zum Grad der Gefährdung in ihrem Land vornehmen. In diesem Zusammenhang wird hier ein anhand von Computer-Modulation gewonnener Datensatz zu den Wasservorkommen in Swasiland vorgestellt. 1080 Klima-Eckwerte wurden in den jeweiligen Einzugsgebieten erstellt, sowie 81 Niederschlagssimulationen für 3 Einzugsgebiete durchgeführt. Geita Gold Mine in Tanzania – a Review: Die archaischen Grünstein-Gürtel in Tansania waren bis zur Mitte der 60er Jahre wichtige Goldproduzenten in Afrika. In der Geita Mine wurde bis 1966 eine Goldlagerstätte abgebaut, die an eine Banded Iron Formation (BIF) gebunden ist und etwa 30 t Gold geliefert hat. Seit 1990 wird das alte Bergwerk wieder aufgefahren und AngloGold Ashanti hat dort seitdem bis 2007 ca. 330.000 oz. Gold produziert. Die Gold-Sulfid-Vererzung von Geita wurde von dem Autor mit dem Ziel untersucht, ein metallogenetisches Modell für diesen schichtgebundenen Gold-Lagerstättentyp zu erarbeiten. Zusammenfassend ergibt sich für Geita demnach eine syngenetische, vulkanogen-exhalative Voranreicherung von Gold und Sulfiden, die mehrfach, auch epigenetisch, überprägt worden ist. A Review of the Trace Fossil Assemblage in Upper Cretaceous Flysch Sediments of coastal SE-Tanzania (Kilwa Area: Wenige km westlich der tansanischen Küstenstadt Kilwa Kivinje wurde Mitte der achtziger Jahre entlang neuer Straßenaufschlüsse auf dem Weg von Dar es Salaam nach Lindi zwischen den Dörfern Kigombo und Nangurukuru auf einer Strecke von etwa 25 km in ober¬kretazischen Ton-, Mergel- und Sandsteinlagen eine arten- und individuenreiche Spuren¬fauna aufgefunden, die je¬doch niemals detailliert beschrieben wurde. Da diese Aufschlüsse mitt¬ler¬weile vollständig über¬wachsen sind, beruht die hier gelieferte Zusammen¬fassung unserer Kennt¬nis der dortigen Spuren¬fauna weitgehend auf den zahlreichen Daten, Photographien und Feld¬notizen des Entdeckers dieser Ichnozönose, Prof. Dr. Gundolf Ernst (1930-2002). Nach¬gewiesen wurden die folgenden Ichnotaxa: Spiroraphe involuta, Paleo¬dictyon strozzi, Uro¬hel¬min¬thoidea appen¬dicaulata, Helmintho¬raphe japonica, Proto¬paleo¬dictyon ichnosp., Paleo¬mean¬dron ichnosp., Cosmoraphe neglectens (alle pre-depositional und den Grapho¬glyptiden zuge¬hörig), sowie Granularia ichnosp., Zoophycos ichnosp., Scolicia ichnosp., Butho¬trephis cf. pal¬ma¬tum, Mega¬grapton ichnosp. (alle post-depositional). Die ge¬nannten Ichnotaxa entstammen der Oberen Kreide mit einem Schwerpunkt im Santon und Campan und können weitgehend der Tief¬see-Nereites-Ichnofazies zugeordnet werden. Die Diskrepanz zur ver¬ge¬sell¬schaf¬teten Mikro¬fauna, die auf Flachwasserbedingungen während der Ablagerung hindeutet, wird damit erklärt, dass im Schelf¬bereich der Paläoküste tief ein¬ge¬schnittene Gräben vereinzelt den Spuren pro¬duzierenden Organis¬men die für ihre Existenz nötigen Umweltbedingungen geliefert haben. |
| Palaeo Bavarian Geological Survey | |
| Dr. rer.nat. Hans-Joachim Gregor (Herausgeber) Daxerstr.21 |
Dipl.-Ing. Herbert Goslowsky (Veröffentlichungen) Joh.-Seb.-Bach-Weg 2 |