documenta naturae Nr. 174

Die Roseninsel im Starnberger See„
H. P. Uenze: 
Die Roseninsel im Starnberger See in vorrömischer Zeit – ein archäologisch-historischer Überblick 
S1-6 

T. PFLEDERER: 
Eisenzeitliche Konstruktionsbefunde im Feuchtareal der Roseninsel im Starnberger See 
S. 7-13, 4 Abb. 

H.-J. GREGOR: 
Die Roseninsel im Starnberger See und ihre archäobotanischen Befunde 
S. 15-20, 3 Tab. 

M. KNIPPING: 
Die Roseninsel im Starnberger See und ihre pollenanalytischen Befunde 
S. 21-27, 1 Tab., 1 Taf. 

R. FUHRMANN 
Die Mollusken- und Ostrakodenfauna des eisenzeitlichen Fundplatzes an der Roseninsel im Starnberger See 
S. 29-33, 2 Tab.

15 EUR

ISBN 978-3-86544-174-4  
München 2009

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Zusammenfassung: 
Die Roseninsel im Starnberger See :Die frühesten menschlichen Besiedlungszeugnisse von der Roseninsel stammen aus der Jungsteinzeit. Doch handelt es sich dabei um wenige Einzelstücke, die vermutlich als Hinterlassenschaften von Fischern zu deuten sind. Aus späteren Epochen gibt es jedoch drei Zeitabschnitte mit zahlreichen Siedlungsfunden: die ausgehende Frühbronzezeit (um 1500 v. Chr.), die mittlere und späte Phase der Urnenfelderzeit (um 1100-900 v. Chr.) und die Frühlatènezeit (500-400 v. Chr.). Da die Roseninsel zu klein ist, um eine größere Menschengruppe dort ihre Nahrung finden zu lassen und das nahe gelegene Festland für Ackerbau untauglich ist, muss es sich bei diesen Siedlungsphasen um Schutzsiedlungen in unsicheren Zeiten gehandelt haben, in etwa vergleichbar den befestigten Höhensiedlungen in anderen Regionen. Eisenzeitliche Konstruktionsbefunde im Feuchtareal der Roseninsel :Unterwasserarchäologische Untersuchungen der Bayerischen Gesellschaft für Unterwasserarchäologie e. V. führten in den Jahren 2005 bis 2007 zur Dokumentation von eisenzeitlichen Konstruktionshölzern vor der Nordostspitze der Roseninsel im Starnberger See (Gde. Feldafing, Lkr. Starnberg a. See). Bauelemente der späthallstatt- und frühlatènezeitlichen Hölzer erinnern an sog. „Schwellbalkenkonstruktionen“. Vergleichbare Befundsituationen mit der beschriebenen Zeitstellung sind aus den Seeufersiedlungen des zirkumalpinen Raums bislang nur vereinzelt nachweisbar. Während die bislang dokumentierten Hölzer ohne Schichtzusammenhang an ufernahe Spülvorgänge erinnerten, konnten 2007 erstmals eisenzeitliche in-situ-Befunde in Form einer inselnahen Palisade erfasst werden. Die Roseninsel im Starnberger See und ihre archäobotanischen Befunde: Auf der NE-Spitze der Roseninsel genommene Unterwasserproben ergaben über einer nur Mollusken- und Ostrakoden-führenden Schicht erste Anzeichen menschlicher Besiedlung. In den hangenden fusitreichen Schichten wurde eine reiche Auswahl von Diasporen gefunden, darunter Hasel, Holler, Brom- und Himbeeren sowie Schlehe. Typisch menschlichen Anbau verraten Gerste, Weizen und Rispenhirse mit diversen Ackerunkräutern. Seltene Begleiter sind Eiche, Apfel, Weißdorn und Hartriegel. Armleuchteralgen waren durchlaufend vorhanden, da das Sediment als Seekreide ausgebildet war. Sauergräser, Laichkräuter und andere Wasserpflanzen sowie Randbesiedler wie Hahnenfuß ergänzen das Bild einer ehemaligen Vegetation zur Eisenzeit. Die Roseninsel im Starnberger See und ihre pollenanalytischen Befunde: Im Kontext mit unterwasserarchäologische Untersuchungen von eisenzeitlichen Konstruktionshölzern vor der Nordostspitze der Roseninsel im Starnberger See wurden 3 Sedimentproben pollenanalytisch untersucht. Eine Probe unterhalb der archäologischen Schicht weist eine deutliche Dominanz von Pinus-Pollen auf und datiert in das Spätglazial oder frühe Holozän. Viele verkohlte Pflanzenreste und verschiedene Siedlungszeiger charakterisieren zwei Proben aus den Kulturschichten. Die Zurückdrängung der ursprünglich weiter verbreiteten Buche und ein vermehrtes Vorkommen von Kiefern, Birken und lichtliebenden Kräutern und Gräsern sind auf anthropogene Eingriffe zurückzuführen. Die Mollusken- und Ostrakodenfauna des eisenzeitlichen Fundplatzes an der Roseninsel im Starnberger See: In der geringmächtigen Schichtenfolge des subaquatischen eisenzeitlichen Fundplatzes an der Roseninsel im Starnberger See wurden 26 Mollusken- und 17 Ostrakodenarten gefunden. Die markanten Unterschiede im Artenbestand der einzelnen Schichten sprechen für nur geringe postsedimentäre Störungen. Sowohl die Mollusken als auch die Ostrakoden belegen die uferferne inselartige Lage des Fundplatzes. Das zeitweilige Vorkommen der Ostrakodenart Fabaeformiscandona lozeki weist auf Wasserstandsschwankungen hin. Besonders bedeutungsvoll ist der Nachweis von Dreissena polymorpha. Wahrscheinlich hat die an der jungneolithischen Pfahlbausiedlung bei Kempfenhausen nachgewiesene mittelholozäne Besiedlung des Starnberger Sees durch diese Art bis in die Eisenzeit angedauert.

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