Sonderband Documenta naturae Band 1

HANDEL - HUREN - HUAYACAN:“

J. LITZEL, B. WOLF & H.-J. GREGOR
HANDEL - HUREN - HUAYACAN

Eine Ausstellung der I.N.K.A. zum Kolumbus-Jahr 1992 über das Heilige Holz - Lignum sanctum
München  1992

3 EUR

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Zusammenfassung:

Am 12. Oktober 1492 um 2 Uhr morgens hatte der Ausguck der Pinta, Juan Rodriguez Bermejo, Land entdeckt. Admiral Christoph Columbus war mit seiner kleinen Flotte am -vermeintlichen - Ziel angekommen. Dieser Tag der sogenannten Entdeckung war der Endpunkt einer Reihe von Irrtümern. Der Genueser Wollwebersohn, nun spanischer Admiral des Ozeans, wähnte sich in Indien, oder zumindest auf einer der Inseln, dem asiatischen Kontinent vorgelagert.
Wir wissen heute, daß die kleine Inseln Guanahani, zu den Bahamas gehörend, Bestandteil des amerikanischen Doppelkontinentes ist. Columbus kann das Recht der Erstentdeckung nicht für sich geltend machen; schon mindestens 30.000 Jahre vor ihm hatten Menschen, aus Asien kommend, die riesigen amerikanischen Weiten durchquert und besiedelt. Eine lange Reihe von Kulturen mit großartigen Errungenschaften waren entstanden. Der Griff Europas nach der Neuen Welt, ausgelost und getragen von Machtgier, Suche nach Gold und missionarischem Eifer, bedeutete das Ende sowohl der Hochkulturen als auch einer Vielzahl von Stammeskulturen Amerikas, ein Prozeß, der heute noch fortdauert.
Es mutet daher geradezu zynisch an, wenn der 500. Entdeckungstag weltweit mit Pracht und Pomp gefeiert wird. Man wäre gut beraten, diesen 12. Oktober in einen Gedenktag für die Opfer umzuwandeln. Opfer dieses Aufeinanderprallens zweier Welten waren aber nicht nur die autochthone Bevölkerung der Neuen Welt, sondern auch die Menschen der alten Welt, die durch und wegen der aus Amerika importierten Syphilis ihr Leben ließen. Als wichtiges Therapeutikum gegen diese Geisel der Menschheit wurde das Huayacan, das Guajak-Holz, das Heilige Holz in hohem Maße verwendet; heute wissen wir, daß es kein Antisyphilitikum ist. Seine Geschichte, seine Eigenschaften und seine Bedeutung sind Zentralthemen der Ausstellung und der vorliegenden Publikation. Als weiteren Schwerpunkt haben wir die Sozialgeschichte mit dem Problem der Prostitution gewählt. lnterdisziplinär - unser Anliegen - wurden die Themen miteinander verbunden, Exkurse beigefügt. Das Ergebnis sollte umfassend, aber nicht glattgeebnet sein; Ecken und Kanten sollten sichtbar bleiben. Wir wollten informieren, anregen, erfreuen, belehren wenn möglich, aber auch aufregen und ärgern wenn nötig.
Da es sich hier um eine Wanderausstellung handelt, nach Ort und Gegebenheiten variabel gestaltbar, einige Objekte ortsgebunden sind, war es notwendig, auf Beschreibungen einzelner Exponate und Ausstellungssejmente zu verzichten. Der Katalog hat dadurch mehr den Charakter einer vertiefenden Lektüre erhalten.

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